Bürgerinitiative "Pro Waldschutz" Sandhausen

Gegen die Rodung von 27.000 qm Wald im Waldschutzgebiet zugunsten von 140 Parkplätzen und zwei Trainingsplätzen an der K4153 zwischen Sandhausen und Walldorf

Wir wehren uns gegen die Änderung des Flächennutzungsplans Sport-Freizeitfläche in Sandhausen, und die damit einhergehende Rodung von ca. 27.000 qm Wald.

BI-Sprecherin Petra Weiß im Interview mit Regionalsender RNF-Life zum Runden Tisch am 11.November 2020

zur Mediathek von RNF-Life

Kommentar zum Bericht der RNZ vom 08.10.20

"Nach 12 Jahren - Sandhausen begleicht "Rechnung" mit der Natur für SVS-Aufstieg"

Wer als BürgerIn davon ausging, dass die Waldentnahme längst ausgeglichen ist, ging fehl. Dass die Sandhäuser Gemeindeverwaltung nach 12 (!!!) Jahren den Ausgleich für die Waldfläche hinter dem Hardtwaldstadion angeschoben hat, ist zwar am Ende löblich, dennoch handelt es sich nur um die Einlösung einer rechtsverbindlichen Verpflichtung aus dem Bebauungsplan von 2008. Erst auf Nachfrage eines Mitglieds aus der Bürgerinitiative in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung kam das Thema wieder auf den Tisch und wurde nun abgesegnet. Auch der Gemeinderat hatte hier keine allzu große Wahlmöglichkeit bei der Abstimmung, wollte er die Baumaßnahmen aus 2008 doch ausgeglichen haben. Nun hat man mit Hilfe fiktiver Ökopunkte und einer Aufwertung von bestehenden Wald  - und Feldflächen, den Ausgleich hergestellt.

Was bleibt, ist, dass
- es für BürgerInnen in den vergangenen 12 Jahren keinen Ausgleich gab
- Entsiegelungen von bisher befestigten Flächen nicht stattfinden
- die Waldfläche auf Sandhäuser Gemarkung nun tatsächlich um die Größe von  mind. 2  Fußballfeldern dezimiert ist.

Für mich persönlich stellt es nicht gerade  die größte Vertrauensbasis für den nächsten „Runden Tisch“ dar, wenn es derartige Altlasten gibt, die nach so langer Zeit erst angegangen werden.

Sofern es überhaupt alternative Standorte für 2 weitere, neue Fußballfelder gibt, dann müssen gleichzeitig auch die Ausgleiche mitbesprochen werden.

Petra Weiß
Sprecherin der Bürgerinitiative Pro-Waldschutz
Sandhausen




"Ödland Parkplatz: Wüste oder Chance ? - Fan-Parkplatz des SV Sandhausen" 

Text von Cordula Kienle

 Weite kahle Kiesfläche, wüstenartige Erdhäufen als Abtrennungen, nur spärlich bewachsen von lästigen Neophyten wie dem kanadischen Feinstrahlkraut. Einen solchen Anblick bieten die Besucher-Parkplätze bei den Sandhäuser Höfen für die Spiele des SV Sandhausen. Doch auch in der kargsten Wüste gibt es Leben: Hier wohnen erstaunlich viele Ödland-Schrecken (siehe Bild in der Mitte). Aber andere Tiere und Pflanzen finden in dem verdichteten Untergrund und den kahlen Erdwällen kaum Unterschlupf. 

Doch dieser wüstenartige Parkplatz des SV Sandhausen hätte Potential, eine Heimat für viele Pflanzen und Tiere zu sein und gleichzeitig den Besuchern einen freundlichen Empfang zu bereiten.

Die lehmigen Erdhügel können Lebensräume für Vögel, Eidechsen und Wildbienen bieten, wenn man sie mit geeignetem Material etwas befestigt. Einzelne Bereiche, in denen Wildblumen angesät werden und z.B. Totholz geschützt liegt, bieten Insekten und Vögel Nahrung und Schutz. Einige Büsche und Bäume am Rand spenden den Autos Schatten und den Tieren Lebensraum. 

Natürlich erfordert Bepflanzung und Lehmmauern mehr Pflege als eine kahle Kiesfläche. Aber hier wäre die Chance zu zeigen, dass Sport und Naturschutz nicht in Konkurrenz sind, sondern einander ergänzen. Der kahle Parkplatz wird in der Woche nur ein paar Stunden tatsächlich genutzt, sonst ist er menschenleer. Wenn die Tiere Unterschlupf haben und die Pflanzen günstige Lebensbedingungen, dann stört es sie auch nicht, wenn einmal in der Woche dort Fußballfans parken und etwas die Ruhe stören, auch wenn sie mal über ein paar Erdwälle und Pflanzen drüber trampeln.

 

Erfreulicherweise werden nach 12 Jahren jetzt auch von der Gemeinde Sandhausen die Weichen gestellt für die damals vereinbarten Ausgleichsmaßnahmen. Der BUND dankt ausdrücklich seinem Vorsitzenden, Herrn Jahn, dass er durch sein Engagement, Nachforschen und hartnäckiges Nachfragen die geplanten Ausgleichsmaßnahmen wieder in Erinnerung rief und damit eine Umsetzung möglich machte.

Wir werden auch bei weiteren Maßnahmen die Vorgänge begleiten und kritisch nachfragen.

Die Fan-Parkplätze bei den Sandhäuser Höfen haben großes Entwicklungspotential. Hier wäre viel Platz, um zusätzlich eine grüne Oase zu schaffen. Wie das dann nach 30 Jahren aussieht, zeigen die Parkplätze bei der Nußlocher Sportanlage am Max-Berk-Stadion.

Grüne Hecken teilen die Bereiche voneinander ab, überragt von prächtigen Laubbäumen. Das Wasser kann versickern und am Rand sind Grünflächen. Die üppige Bepflanzung speichert das Wasser, kühlt die Umgebung und bietet Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und kleine Tiere.

Natürlich erfordert Bepflanzung, Lehmmauern und Hecken mehr Pflege als eine kahle Kiesfläche. Hecken und Bäume müssen geschnitten werden und durch die Baumwurzeln kann der Untergrund wellig werden. Ein Parkplatz für Sportanlagen wird in der Woche nur ein paar Stunden tatsächlich genutzt, sonst ist er menschenleer. Wenn die Tiere Unterschlupf haben und die Pflanzen günstige Lebensbedingungen, dann stört es sie auch nicht, wenn dort ab und zu Autos parken. 

Inzwischen ist unbebautes Land so wertvoll geworden, dass man jede Fläche mehrfach nutzen sollte.  Vor allem die Begrünung muss man fördern, um die Aufheizung im Sommer zu reduzieren.

Immerhin gibt es einen interessante Naturentwicklung bei den Fan-Parkplätzen des SV Sandhausen: Die seltene und geschützte blauflügelige Ödland-Schrecke fühlt sich dort richtig wohl und ist zahlreich anzutreffen. Die Tiere bevorzugen trockenwarme Kahl- und Ödlandflächen mit sehr spärlicher Vegetation.


Bechsteinfledermaus im Waldschutzgebiet „Schwetzinger Hardt“ bei Sandhausen 

Text von Cordula Kienle

Die Bechsteinfledermaus ist im Waldschutzgebiet am südlichen Ortsausgang von Sandhausen nachgewiesen. Sie ist eine mittelgroße Fledermausart mit einer Länge von 5 cm und einem Gewicht von 7 - 12 Gramm. Das Rückenfell der erwachsenen Tiere ist braun bis rötlich, ihr Bauchfell ist hellgrau. Charakteristisch sind die langen, breiten, etwa 2,5 cm großen Ohren. Die Bechsteinfledermauskann Flügelspannweiten bis zu 25 cm erreichen.


Lebensraum:
Im Sommer lebt die Bechsteinfledermaus vorzugsweise in feuchten, alten, strukturreichen Laub- und Mischwäldern. Sie kommt aber auch in Kiefernwäldern oder in (Wald nah gelegenen) Obstwiesen, Parks und Gärten mit entsprechendem Baumbestand vor. Sie gilt als die in Europa am stärksten an Waldlebensräume gebundene Fledermausart. Kolonien der Bechsteinfledermaus (mit ca. 20 Individuen) benötigen zusammenhängende Waldkomplexe in einer Mindestgröße von 250 - 300 ha als Jagdhabitat.
Die günstigsten Jagdbiotope liegen in Bereichen mit hoher Nahrungsdichte, beispielsweise entlang von Waldbächen. Ungeeignete Jagdbiotope sind Fichtenaufforstungen oder Dickungen.
Hohle Bäume, Bäume mit Stammrissen sowie Faul- oder Spechthöhlen dienen der Bechsteinfledermaus als Quartier, vereinzelt akzeptiert sie auch den Raum hinter der abgeplatzten Borke von Bäumen. Gerne besiedelt sie Vogel- oder spezielle Fledermauskästen.
Den Winter verbringt sie in unterirdischen Anlagen wie Höhlen und Stollen in Steinbrüchen oder stillgelegten Bergwerken und in Kellern.
Die Bechsteinfledermaus jagt direkt über dem Boden bis in den Kronenraum hinein nach Nachtfaltern, Käfern, Weberknechten und Mücken, die sie auch direkt von Blättern, Zweigen und der Borke abliest. Ihr Flug ist wendig und schmetterlingshaft. Die Aktionsräume benachbarter Kolonien sind räumlich streng voneinander getrennt.
Bechstein Fledermäuse können bis zu 21 Jahre alt werden. 


Gefährdungen:
Wegen ihrer ausgeprägten Standorttreue ist die Bechsteinfledermaus besonders gefährdet durch Veränderungen ihres Lebensraums unter anderem durch waldbauliche Maßnahmen. Durch Rodung von Waldgebieten ist sie akut gefährdet, weil sie auf alten Baumbestand und Mischwald angewiesen ist.
Niedrige Flughöhen bei der Nahrungssuche machen sie besonders anfällig gegenüber Kollisionen mit Kraftfahrzeugen. 


Schutzmaßnahmen:
Die Verfügbarkeit struktur- und nahrungsreicher Biotope mit einem großen Angebot an Baumhöhlen (Totholz) unterschiedlicher Sonnenexposition sind wesentliche Voraussetzungen, die ein Lebensraum der Bechsteinfledermaus erfüllen muss.
Eine ökologisch-nachhaltige Forstwirtschaft kann hierzu beitragen.
Beim Neubau oder Ausbau von Straßen oder Gebäuden sollte ein Abstand von 3 km um bekannte Quartiere und Wochenstuben eingehalten werden. 

Links:

https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/wildkatze/europaeische-wildkatze/lebensraum/zielart-wildkatze/bechsteinfledermaus/

https://www.bund.net/service/publikationen/detail/publication/fledermaeuse-retten/

  Tipps, wie man den Garten fledermausfreundlich gestaltet: 

https://www.garten-als-naturschutz.de/fledermaeuse-im-garten/

  


Da es offensichtlich immer wieder zu Verwirrungen kommt, für was die BI Pro Waldschutz steht, möchten wir hier nochmals klärend erläutern:


Die BI Pro Waldschutz hat zum Ziel, dass das Waldschutzgebiet Schwetzinger Hardt auf Sandhäuser Gemarkung unangetastet bleibt. Wir sind dagegen, dass der Wald in Sport- und Parkplätze umgewandelt wird. In letzter Zeit gibt es immer wieder Diskussionen darüber, und wir werden regelmäßig gefragt, warum wir uns nicht gegen die Umwandlung der „Brühlwegdüne“ im Gewann Zugmantel in ein Naturschutzgebiet aussprechen. Das dort zukünftig viele Bäume fallen, macht uns sicher nicht glücklich. 

ABER: 

Der Beschluss über den Erhalt der L 600 und die daraus resultierende Herstellung eines Naturschutzgebietes war schlichtweg vor unserer Zeit und ist längst beschlossene Sache. Naturschutzbehörden und entsprechende Verbände waren seinerzeit zur Genüge involviert, so dass man guten Gewissens von einer im Gemeinderat abgewogenen Entscheidung ausgehen muss. 

Auf der einen Seite wandelt man Wald in einen ursprünglichen Zustand (Sandrasen) um, auf der anderen Seite sollen 27000 qm Waldschutzgebiet versiegelt werden, weil man dort 2 Sportplätze und 140 Parkplätze plant.

Wir bedauern dass man die beiden Maßnahmen miteinander in Verbindung bringt, da diese objektiv nicht miteinander vergleichbar sind.


Greenpeace Wald AG: Stellungnahme zum Artikel „Petition gegen Sportplätze vor dem Aus“ in der RNZ vom 24.06.2020

In Bezug auf den Artikel „Petition gegen Sportplätze vor dem Aus“ in der RNZ vom 24.06.2020, in dem das Zustandekommen der Ablehnung einer Petition der BI „Pro Waldschutz“ in Sandhausen durch das baden-württembergische Wirtschaftsministerium dargestellt wird, ist es der Greenpeace-Gruppe Mannheim-Heidelberg ein Anliegen, pro Waldschutz zu argumentieren. Gerodet werden sollen etwa 2,5 Hektar Waldschutzgebiet in der Schwetzinger Hardt. Das Argument des Ministeriums: Die Fläche sei nicht besonders schützenswert, das Gebiet sei "nur" als naturnahe Waldbestände eingestuft worden und der Artenschutz nur geringfügig betroffen.

Vollständiger Text: 

Greenpeace Wald AG
Stellungnahme zu RNZ-Artikel.pdf (45.94KB)
Greenpeace Wald AG
Stellungnahme zu RNZ-Artikel.pdf (45.94KB)




Zum RNZ Bericht "Petition gegen Sportplätze vor dem Aus" vom 24.06.20
  https://www.rnz.de/nachrichten/region_artikel,-sandhausen-petition-gegen-sportplaetze-vor-dem-aus-_arid,520729.html 

So sehr wir die Berichterstattung der RNZ über unser Projekt schätzen, so wenig verständlich ist es für uns als Petitionsführer aus der Zeitung zu erfahren, dass der Petition zum Erhalt des Waldschutzgebites auf Sandhäuser Gemarkung wenig Erfolgschancen seitens des Landtages eingeräumt werden. 

Wurde die Petition als demokratisches Instrument etwa dem Lobbyismus geopfert? 
Warum wussten andere Verantwortliche in Sandhausen offensichtlich schon seit Monaten Bescheid? 
Wurden etwa entsprechende parteipolitische Hierarchien genutzt, um der Sache „wieder Herr zu werden“? 
Warum wechselt hier die Zuständigkeit des Ministeriums für Ländlichen Raum zum Wirtschaftsministerium? 
Warum ist das Waldschutzgebiet, für dessen Festlegung man auch lange gekämpft hat, plötzlich nicht mehr schützenswert? 
Warum ist ein „Erholungswald mit Klima - und Immissionsschutzfunktion“ so niedrig angesiedelt? 

Fragen über Fragen - leider ohne Antworten. 

Mein Gruß geht nach Stuttgart ins Wirtschaftsministerium für die Stellungnahme: 
"Thema leider verfehlt! - Setzen! ... 6 !"

Petra Weiß 
Sprecherin der Bürgerinitiative „Pro-Waldschutz“

 

Das Verfahren ruht!

Die meisten Redner in der Gemeinderatssitzung vom 28.10. stehen nicht mehr hinter dem Plan der Gemeinde und des SVS, sie stimmten trotzdem nicht dem Antrag der AL auf Aufhebung des Verfahrens zu. 
Immerhin wurde beschlossen das Verfahren vorerst ruhen zu lassen. 

 Zumindest so lange bis der angekündigte Runde Tisch Alternativen zu dem geplanten Gebiet ausgearbeitet hat. 

 

Teilnehmer am Runden Tisch werden sein: 
jeweils ein Vertreter der Sportvereine SVS, Tennisclub und FC Sandhausen, 
die Fraktionssprecher von CDU, SPD, AL und FDP, 
Bgm.Kletti und Petra Weiß von der Bürgerinitiative. 

 

Vertreter von BUND und NABU werden leider nicht eingeladen!

Petra Weiß stellte unmittelbar nach der Sitzung klar, dass sie die Einladung zum Runden Tisch wahrnehmen werde, aber keine Abstriche an der Forderung der BI machen werde, die besagt, dass kein Wald für die Sportplätze geopfert werden darf! 

 

Auch werde es mit ihr keine heimlichen Gespräche geben, sie werde für größtmögliche Transparenz und Information für die Sandhäuser Bürger sorgen.

 


Waldbegehung mit Greenpeace Ortsgruppe Heidelberg -Mannheim

Ca. 40 TeilnehmerInnen trafen sich am Samstag den 16.November morgens trotz kühler Außentemperaturen am umstrittenen Waldstück. Initiiert wurde der Termin heute von der Greenpeace Ortsgruppe Heidelberg-Mannheim, die mit dem Diplom Forstwirt Herrn Ziesling und Frau Kaufmann vertreten waren. Auch Mitstreiter der Bürgerinitiative aus Ketsch „Rettet den Entenpfuhl“ haben uns begleitet.

Beim Gang durch das Waldgebiet wurde einmal mehr deutlich, dass sich der Wald in einem guten Zustand präsentiert. Abzulesen ist dies an verschiedenen Indikatoren, wie z.B. dem Bewuchs mit dem europ. Pfaffenhütchen, ebenso wie an kleinen Eiben und Buchen, die sich entwickeln. Auch der Bewuchs des Waldbodens mit Efeu ist ein gutes Zeichen und zeigt an, dass der Boden nicht sauer ist, sondern kalkhaltig. Der Status als „Waldschutzgebiet“ ist also absolut gerechtfertigt, der Wald mit seiner Wasserspeicher - und sommerlichen Kühlfunktion ein unverzichtbares Element für uns alle.

Auch zum Thema „Aufforstungen“ gab es klare Aussagen:

Aufforstungen sind prinzipiell nur auf ehemals landwirtschaftlichen Flächen möglich, was ohnehin schon Probleme mit den entsprechenden Fachverbänden aufwirft. Ganz unabhängig davon sind landwirtschaftliche Böden oftmals fruchtbarer als der eigentliche Waldboden. Vollzieht man nun eine Wiederaufforstung, so schafft man ein künstliches System, das mit einem gewachsenen Ökosystem und dessen Biodiversität nicht vergleichbar ist und diese Mikroorganismen, Pilze und Flechten nicht enthält. Bis ein Wald mit gleichem Bestand und Wert entsteht, kann man ca. 100 Jahre rechnen, von klimatisch bedingten Ausfällen ganz abgesehen. Der Mensch macht sich hier mit seiner Dominanz und letztendlich auch mit seiner Arroganz die Natur zum Untertanen ohne an die Folgen für nachfolgende Generationen zu denken.

Wir haben wieder einmal viel gelernt und bedanken uns ganz herzlich bei Tanja Kaufmann und Volker Ziesling von Greenpeace für den informativen und aufschlussreichen Spaziergang.

Die Ausführungen haben uns erneut bestärkt, dass wir mit dem Streben nach Walderhalt auf dem richtigen Weg sind. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass der Wald in Sandhausen bleibt!

Waldschutz ist Klimaschutz und Wasserschutz für uns alle - denkt dran !

 

Zitat von Mahatma Gandhi: 
" Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren; und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren."


Leserbrief RNZ zum Artikel
„Umstrittenes Sportzentrum Süd liegt auf Eis“ vom 30.10.2019

Viele Sandhäuser Bürgerinnen und Bürger hätten sich vom Gemeinderat am vergangenen Montag sicher gerne die Beendigung des Bebauungsplanverfahrens gewünscht, um das Damoklesschwert über dem Waldschutzgebiet abzuwenden. Die Mehrheit des Gemeinderates konnte sich nicht zu dieser Lösung durchringen und hat das Verfahren ruhend gestellt. Das bedeutet zumindest, dass es in nächster Zeit nicht weiter vorangetrieben wird. Wir nehmen es sportlich und werten es als demokratisch erzielten Teilerfolg. Auch die Tatsache, dass am beschlossenen Runden Tisch über wirkliche Alternativen gesprochen werden soll, stimmt uns zuversichtlich. Schlussendlich steht es jetzt auf jeden Fall erst mal 1:0 für unseren Wald und für ihn gehen wir gerne noch in die Verlängerung.

Petra Weiß 
Bürgerinitiative Pro-Waldschutz Sandhausen

 


Offener Brief an die Gemeinderäte/innen vom 20.10.19


Sehr geehrte Gemeinderätinnen, sehr geehrte Gemeinderäte,
 
In der kommenden Gemeinderatssitzung werden für die Gemeinde Sandhausen die Weichen in Sachen „Sportzentrum Süd“ gestellt. Sie sind dafür in Ihrer Funktion als gewählte/r Mandatsträger/in mitverantwortlich, wie es für unsere Gemeinde im Hinblick auf Klima, Walderhalt, Naherholung und vieles mehr weitergeht.
 
Für mich persönlich ist dies auch nicht nur die einzelne Entscheidung für unsere Heimatgemeinde, die getroffen wird, vielmehr hat dies auch grundsätzlich zukunftsweisende und ortsübergreifende Wirkung, sofern sie zu Ungunsten des Waldschutzgebietes Schwetzinger Hardt gefällt würde. Dann wären für alle Anrainergemeinden an die Schwetzinger Hardt Tür und Tor für Bebauungen geöffnet, da ein Präzedenzfall bei uns geschaffen wurde. Die Bürger der Gemeinden müssen weitere Flächenversiegelungen befürchten, die den Grundwasserspiegel in der ohnehin bereits frequentierten und zugebauten Metropolregion noch weiter absenken und so noch mehr zum Absterben weiterer Waldbestände beitragen. Zum Thema der „erfolgreichen“ Wiederaufforstung sage ich an dieser Stelle nichts, überzeugen Sie sich bitte an Ort und Stelle der Anpflanzungen selbst und machen Sie sich ein Bild. Die Expertenmeinung sagt überdies, dass in der Oberrheinebene keine Aufforstung mehr gelingen wird, da die Sommer heißer, der Regen weniger und durch den sandigen Boden dieses Regenwasser auch nicht gehalten werden kann.
 
In Sandhausen, in das statuierte Waldschutzgebiet einzugreifen, ist das falsche Signal zur falschen Zeit!
 
Das Waldschutzgebiet mag infrastrukturell und logistisch für den SV Sandhausen sinnvoll, sein, es stellt aber schon grundsätzlich keine Alternative dar und hätte von Anfang an nie zur Debatte stehen dürfen. Auch die Tatsache, wie viel Waldbestand wir auf Sandhäuser Gemarkung haben, spielt keine Rolle, davon kann man als Gemeinde mit Wohlfühlfaktor nie genug haben. Wir sollten stolz darauf sein und alle sollten alles dafür tun, dies zu erhalten.
 
 
Ich vertraue auf Ihre wohlüberlegte Entscheidung im Sinne zukünftiger Generationen, Kinder und Enkelkinder!
 
Freundliche Grüße
Petra Weiß


Liebe Sandhäuser Bürgerinnen und Bürger,  

 die Bürgerinitiative "Pro Waldschutz" Sandhausen, (die ausschließlich aus Sandhäusern besteht, von denen die meisten schon als Kinder durch den Hardtwald streiften), möchte Ihnen die Gründe aufzählen, warum wir gegen die Abholzung von 27.000 m 2 Waldgebiet zwischen SV-Stadion und Forsthaus sind: 

Dieser Wald gehört zum Schwetzinger Hardt, der ein gesetzlicher Erholungswald ist. Wenn dieser Wald zugunsten zweier Fußballplätze und 144! Parkplätzen geopfert wird, steht diese Fläche nicht mehr allen zur Verfügung, sondern nur noch einem einzelnen Verein.

Der „Sonnenweg“ ist ein vielgenutzter Spazierweg (besonders von Anwohnern des Pflegeheims), der dann als solcher viel von seiner Qualität einbüßt.

Es handelt sich um einen gesunden Mischwald, der, gerade im Vergleich mit anderen Waldgebieten, mit den schwierigen Bedingungen der vergangenen Sommer gut zurechtkommt.

Hier gibt es vielfältige Pflanzen- und Tierarten (seltene Fledermausarten etc.), die geschützt werden müssen.

Diese Waldfläche liegt im Einzug zweier Wasserschutzgebiete, deren Verunreinigung durch Mikroplastik (Kunstrasen!) und Pestizide (Sportrasen) droht.

Täglich ist auch in der Zeitung zu lesen, dass es in der heutigen Zeit keinen Sinn macht, Wald zu roden, um ihn an anderer Stelle (auf Ackerland) wiederaufzuforsten.

Wiederaufforstung ist bei den heutigen klimatischen Bedingungen, wenn nicht vergebens, so doch sehr aufwendig und kostenintensiv.

Warum baut man dann nicht gleich die Fußballplätze auf Ackerland?

Die weiteren Fußballplätze werden für ein Nachwuchsleistungszentrum benötigt. Die Jugend, die in diesem NLZ trainiert, kommt zum Großteil nicht aus Sandhausen. Warum muss das NLZ dann unbedingt im Hardtwald liegen? Gibt es vielleicht außerhalb einen viel geeigneteren und besser zu erreichenden Platz? (siehe Hoffenheim: NLZ in Zuzenhausen)

Der SV Sandhausen ist angeblich der Zweitligist mit den wenigsten Trainingsplätzen. Bedeutet dies, dass es irgendwann weitere Begehrlichkeiten gibt? Von Seiten der Gemeinde legt sich niemand fest, dass dies die letzte „Waldumwandlung“ sein soll.

Wir (unter uns auch stolze SV-Fans) zweifeln nicht am Bedarf des SV an weiteren Trainingsplätzen (diesen Bedarf haben übrigens alle Sandhäuser Vereine), aber in Zeiten des Klimaschutzes kann eine Waldrodung nicht die Lösung sein, müssen Alternativen gefunden werden (z.B. Kooperationen mit anderen Vereinen, Bebauung von Ackerfläche/Brachland).

Wir wehren uns dagegen einen Bedarfswunsch (zwei Plätze) als DFL-Pflichtauflage (es fehlt NUR EIN weiterer Platz) „verkaufen“ zu wollen.

Wir wehren uns generell gegen Umwandlung unseres Waldes in bebaute Fläche, egal von wem.

Wald hat für uns einen „Mehrwert“, der nicht mit Geld ausgeglichen werden kann.


Klimaschutz beginnt vor der eigenen Haustür!


In unserer Galerie finden Sie Bilder von dem betroffenen Waldstück, damit Sie sich einen besseren Eindruck davon machen können.



 

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