Bürgerinitiative "Pro Waldschutz" Sandhausen

Gegen die Rodung von 27.000 qm Wald im Waldschutzgebiet zugunsten von 140 Parkplätzen und zwei Trainingsplätzen an der K4153 zwischen Sandhausen und Walldorf

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Bilder von der Waldbegehung am 05.Oktober


Wir sind gegen die Änderung des Flächennutzungsplans Sport-Freizeitfläche in Sandhausen, und die damit einhergehende Rodung von
ca. 27.000 qm Wald.

Full House:
Bilder von der  gut besuchten Podiumsdiskussion der SPD am 11.Oktober

https://www.rnz.de/nachrichten/region_artikel,-sv-sandhausen-erweiterung-wir-sind-uns-einig-dass-wir-uns-uneinig-sind-_arid,472655.html

SPDPodiumsdiskussion11.10.19.pdf

Liebe Sandhäuser Bürgerinnen und Bürger,  

 

die Bürgerinitiative "Pro Waldschutz" Sandhausen, (die ausschließlich aus Sandhäusern besteht, von denen die meisten schon als Kinder durch den Hardtwald streiften), möchte Ihnen die Gründe aufzählen, warum wir gegen die Abholzung von 27.000 m 2 Waldgebiet zwischen SV-Stadion und Forsthaus sind:

Dieser Wald gehört zum Schwetzinger Hardt, der ein gesetzlicher Erholungswald ist. Wenn dieser Wald zugunsten zweier Fußballplätze und 144! Parkplätzen geopfert wird, steht diese Fläche nicht mehr allen zur Verfügung, sondern nur noch einem einzelnen Verein.

Der „Sonnenweg“ ist ein vielgenutzter Spazierweg (besonders von Anwohnern des Pflegeheims), der dann als solcher viel von seiner Qualität einbüßt.

Es handelt sich um einen gesunden Mischwald, der, gerade im Vergleich mit anderen Waldgebieten, mit den schwierigen Bedingungen der vergangenen Sommer gut zurechtkommt.

Hier gibt es vielfältige Pflanzen- und Tierarten (seltene Fledermausarten etc.), die geschützt werden müssen.

Diese Waldfläche liegt im Einzug zweier Wasserschutzgebiete, deren Verunreinigung durch Mikroplastik (Kunstrasen!) und Pestizide (Sportrasen) droht.

Täglich ist auch in der Zeitung zu lesen, dass es in der heutigen Zeit keinen Sinn macht, Wald zu roden, um ihn an anderer Stelle (auf Ackerland) wiederaufzuforsten.

Wiederaufforstung ist bei den heutigen klimatischen Bedingungen, wenn nicht vergebens, so doch sehr aufwendig und kostenintensiv.

Warum baut man dann nicht gleich die Fußballplätze auf Ackerland?

Die weiteren Fußballplätze werden für ein Nachwuchsleistungszentrum benötigt. Die Jugend, die in diesem NLZ trainiert, kommt zum Großteil nicht aus Sandhausen. Warum muss das NLZ dann unbedingt im Hardtwald liegen? Gibt es vielleicht außerhalb einen viel geeigneteren und besser zu erreichenden Platz? (siehe Hoffenheim: NLZ in Zuzenhausen)

Der SV Sandhausen ist angeblich der Zweitligist mit den wenigsten Trainingsplätzen. Bedeutet dies, dass es irgendwann weitere Begehrlichkeiten gibt? Von Seiten der Gemeinde legt sich niemand fest, dass dies die letzte „Waldumwandlung“ sein soll.

Wir (unter uns auch stolze SV-Fans) zweifeln nicht am Bedarf des SV an weiteren Trainingsplätzen (diesen Bedarf haben übrigens alle Sandhäuser Vereine), aber in Zeiten des Klimaschutzes kann eine Waldrodung nicht die Lösung sein, müssen Alternativen gefunden werden (z.B. Kooperationen mit anderen Vereinen, Bebauung von Ackerfläche/Brachland).

Wir wehren uns dagegen einen Bedarfswunsch (zwei Plätze) als DFL-Pflichtauflage (es fehlt NUR EIN weiterer Platz) „verkaufen“ zu wollen.

Wir wehren uns generell gegen Umwandlung unseres Waldes in bebaute Fläche, egal von wem.

Wald hat für uns einen „Mehrwert“, der nicht mit Geld ausgeglichen werden kann.


Klimaschutz beginnt vor der eigenen Haustür!


AKTUELLES


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06.10.2019

Bericht über die Waldbegehung am 05. Oktober

Fünf fachkundige Führungen durch den von Rodungsplänen betroffenen Wald hinter dem Sandhäuser Stadion hatte der Sandhäuser Forstexperte Günter Wiedemann am Samstag für die Bürgerinitiative Pro Waldschutz angeboten. Auch etliche Mitglieder der Alternativen Liste Sandhausen nutzten die Gelegenheit, sich das Waldstück noch einmal genauer anzusehen. Während der Kiefernforst in der Region in Teilen stark geschädigt ist, hält er sich an dieser Stelle gut und hat sich durch den Aufwuchs von Buchen und Eichen zu einem gesunden Mischwald entwickelt. Die große Zahl von rund 80 Teilnehmenden und zahlreiche Kommentare machten deutlich: Es geht um Klima- und Naturschutz, aber auch darum, dass man sich den Erholungswald vor der Haustür nicht nehmen lassen will. Klar wurde, dass mit dem Wald auch der Zugang über zwei Waldwege verschwinden und die Öffentlichkeit durch hohe Zäune ausgesperrt würde.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Günter Wiedemann für die informative Führung!

Hintergrund: Für den Bau von zwei weiteren Trainingsplätzen und 144 Parkplätzen für den SV Sandhausen sollen rund 2700 Quaratmeter des gesetzlichen Erholungswaldes im Waldschutzgebiet Schwetzinger Hardt abgeholzt werden.

Schätze im Sandhäuser Wald
Bei der Waldbegehung am 5.10.2019 offenbarten sich für die zahlreichen Sandhäuser Bürger eine erstaunliche Naturvielfalt. Im Halbstundentakt starteten die Gruppen ihren Spaziergang durch das Waldstück. Besichtigt wurde das Waldstück südlich des Hardtwaldstadions, das betroffen wäre, wenn die Fußballplätzen erweitert würden.
Am Rand zur Straße hin erstreckt sich eine vielfältige Buschreihe. Diese Büsche mit Haselnuss, Hagebutten und Pfaffenhütchen bieten Vögeln Nahrung und Schutz. Auch diese Buschreihe wäre durch Anlage von Parkplätzen gefährdet.
Im Wald entdeckten die Besucher Wildschwein-Wühlspuren am Wegrand. Der Wald ist auch feucht genug, so dass sich jetzt Pilze aller Art finden lassen, unter anderem Steinpilze und Krause Glucke.
Mit Geduld und guten Augen kann man sogar Spechtlöcher an den hohen Bäumen erkennen.
Die alten Waldkiefern leiden unter der Trockenheit der letzten Jahre und manch dürrer Baum wurde schon gefällt. Insgesamt schadet das dem Wald jedoch nicht, weil nun durch mehr Lichteinfall die niedrigen Laubbäume wie Buchen und Edelkastanien hochwachsen können und eine natürliche und standortgerechte Verjüngung bewirken.
Die Waldexperten der Bürgerinitiative „Pro Waldschutz“ Sandhausen beantworteten zahlreiche Fragen. Besonders verwunderte einige Besucher, dass dieser Wald kein Naturschutzgebiet ist, sondern „nur“ Teil des Waldschutzgebietes „Schwetzinger Hardt“
Nun sind gute Ideen gefragt, wie sich Waldschutz und Sport vereinbaren lassen.
C. Kienle



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In unserer Galerie finden Sie Bilder von dem betroffenen Waldstück, damit Sie sich einen besseren Eindruck davon machen können.

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